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Rekord-Bilanz: Mittelstand fährt Schulden-Niveau auf Zehn-Jahres-Tief herunter

Rekord-Bilanz

Mittelstand fährt Schulden-Niveau auf Zehn-Jahres-Tief herunter

Dem deutschen Mittelstand geht es rekordverdächtig gut (Wirtschaftsforum berichtete). Wie gut genau, zeigt jetzt eine Auswertung von mehr als 80.000 Bilanzen mittelständischer Firmen. Ergebnis: Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland haben so wenig Schulden wie seit zehn Jahren nicht mehr. Grund hierfür ist die ständige Verbesserung der Eigenkapitalausstattung. Eine Branche glänzt dabei besonders.

Jahresanfang ist Jahresabschluss-Zeit. Was die Bilanzen für das Geschäftsjahr 2011 angeht, konnten deutsche Mittelständler kaum bessere Zahlen vorlegen. Wie eine aktuelle Untersuchung der Uni Münster im Auftrag der WGZ-Bank ergab, verfehlen die Abschlüsse mit 114,4 Punkten auf dem Bilanzqualitätsindex nur ganz knapp den Rekordwert aus dem Vorjahr (114,7 Punkte). Zur Ermittlung des Index berücksichtigen die Experten neben der Eigenkapitalquote, die Gesamtkapitalrentabilität, den Gesamtkapitalumschlag, die Liquidität 2. Grades sowie den dynamischen Verschuldungsgrad.

Gerade im Hinblick auf die Verschuldung hat der Mittelstand seine Hausaufgaben gemacht: Seit Beginn der Indexberechnung im Jahr 2002 war der dynamische Verschuldungsgrad noch nie so positiv bewertet worden. Die Eigenkapitalquote (30,3%) erreichte zusammen mit der Liquidität 2. Grades immerhin den zweithöchsten je errechneten Wert. Zum Vergleich: 2002 lag die Eigenkapitalquote noch bei 17,4%.

Deutsche Maschinen im Ausland gefragt

Bei der Betrachtung einzelner Branchen fällt auf: Vor allem die Maschinenbauer, Kunststoffwarenhersteller und Automobilzulieferer können sich über Bestwerte freuen. Die Unternehmen des Maschinenbaus belegen mit 134,6 Indexpunkten den absoluten Spitzenplatz und können die mit Abstand besten Bilanzen vorlegen. Dabei profitierte die Branche besonders von der guten Auslandsnachfrage. Der Maschinenexport legte insgesamt um 14,5% gegenüber dem Vorjahr zu, die Produktion wuchs um 12%.

In der Automobilindustrie erreichten die Produktion und das Ausfuhrvolumen von Fahrzeugen ebenfalls neue Höchststände, was sich natürlich auch positiv in den Bilanzen der KFZ-Zulieferer niederschlug. Folge: Die Eigenkapitalquote stieg deutlich auf 38%. Auch die Unternehmen des Baugewerbes sowie des Großhandels mit Baustoffen zählen zu den Profiteuren des Wirtschaftsaufschwungs.

Die Verlierer des Jahres 2011

Zu den Verlierern des Jahres 2011 gehören die Unternehmen der Metallerzeugung und die Energieversorger. Grund: Die Auftragslage bei der deutschen Stahlindustrie verschlechterte sich, da Stahlhändler und –verarbeiter ihre Lagerbestände herunterfuhren. Auch der Facheinzelhandel musste im Vergleich zum Vorjahr Einbußen hinnehmen.

Ausblick: Für das Geschäftsjahr 2012 rechnet die WGZ-Bank mit einer gleichbleibend hohen Bilanzqualität aufgrund der stabilen Nachfrage aus dem In- und Ausland. 2013 soll für den Mittelstand ähnlich positiv verlaufen, heißt es.

Unternehmen im Fokus

Eisenwerk Sulzau-Werfen R. & E. Weinberger AG

Produkte für die weltweite Stahlindustrie

Das ist Tradition! Das bereits im Jahre 1770 vom damaligen Landesherren von Salzburg gegründete Eisenwerk Sulzau-Werfen befindet sich seit 1899 ununterbrochen im Besitz der Familie Weinberger. Das Unternehmen – in Tenneck bei Werfen im schönen Land Salzburg gelegen – soll auch in Zukunft dauerhaft im Familienbesitz bleiben; nicht zuletzt deshalb wurde das Unternehmen in eine Stiftung eingebracht, womit sichergestellt ist, dass ein Verkauf des Eisenwerkes aus persönlichen Gründen oder singulären Interessen praktisch unmöglich gemacht wird.

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